Saddelfurzer trotzen der Hitze – 3 Tage auf Radtour in die Gerberstadt Vaihingen an der Enz

Zum 14. Male trafen sich die Saddelfurzer des Trachtenverein Kirchheim zum 3tägigen Ausflug zwischen Neckar und Enz.

Radtour Vaih 2017 2010 Das Ziel für diese Radtour war Vaihingen an der Enz. Mit heißen Köpfen ging es los, am Neckar entlang bis Altbach. Die erste Panne. Das Fahrrad der Königin wurde ausgetauscht gegen ein Mietrad, um endlich bei 36 Grad Sommerhitze den Rosensteinpark in Stuttgart zur ersten Rast zu erreichen. Stuttgart 21 und die damit verbundenen Baustellen hatten spannende Eindrücke parat aber leider auch gesperrte Radwege und Umleitungen. Der Weg ist das Ziel und die Richtung hieß erst einmal Glemsmühlenradweg ab Ditzingen. Der Glemswald bei Stuttgart ist das Quellgebiet der Glems. Nach einem Lauf durch Keuper und Muschelkalk mündet die Glems bei Unterriexingen in die Enz. Das Glemstal bietet durch seine reizvolle und abwechslungsreiche Landschaft ideale Voraussetzungen als Naherholungsgebiet. Gut erschlossene Radwege laden ein, die Natur und Landschaft des Glemstals zu erkunden. Viele der Mühlen im Glemstal sind noch im Betrieb und ein Mühlenladen ist meist angeschlossen. In Unterriexingen angekommen erinnert man sich an den jährlichen Schäferlauf und entlang der Enz ging es über Oberriexingen mit der historischen Stadtmauer und den winkeligen Gassen. Von hier aus nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel, zwischen Enztal- und Stomberghängen. Überragt wird die Stadt von Schloss Kaltenstein, welches schon von Weitem die Besucher begrüßt. Vom Marktplatz eröffnet sich der Blick auf das Ensemble aus Rathaus, Schloss Kaltenstein und evangelischer Stadtkirche.

Radtour Vaih 2017 2032 Am zweiten Tag geht die Tour über Illingen, Mühlacker in Richtung Pforzheim, enzaufwärts. Die Sonne brannte auf die Radhelme, die Radtaschen voller Sprudel zog es die Radler in die Weinberge. Mit ihren Trockenmauern an den Steilhängen bieten sie eine beeindruckende Kulisse. In Mühlacker führt der Radweg durch die neue grüne Mitte, die anlässlich der Gartenschau 2015 angelegt wurde. Durch die Renaturierung des Flusses wurden die Ufer zugänglich gemacht. Reichlich Platz für die Unterbrechung und eine lange Pause mit allen Teilnehmern in der Enz wurde eingebaut, denn die Hitze war in manchen Gesichtern deutlich zu sehen. Mit einem Früchtebüffet und kalten Getränken wurde die Enz nun intensiv genutzt.

Am Nachmittag wartete an der Anlegestelle in Vaihingen der Stocherkahn auf die Gruppe. Der Fahrer hatte bei stürmischem Wind alle Hände voll zu tun und erklärte die Stadtgeschichte nebenher. Über Jahrhunderte hinweg diente der Fluss dem Lederhandwerk und den Gerbern. Allein im alten Mühlkanal übten bis zu 28 Gerber gleichzeitig das lukrative Gewerbe aus. Im Jahre 779 wurde Vaihingen erstmalig urkundlich erwähnt. Vor 1100 wurde Schloss Kaltenstein als Sitz der Vaihinger Grafen erbaut. 1252 erhielt Vaihingen Stadtrechte. 1339 wurden Burg und Stadt von den Grafen von Öttingen an die Grafen von Württemberg verkauft. Durch ihre Funktion als Zollstation zählte die Stadt um 1500 zu den wohlhabendsten Städten Alt-Württemberg. 1530 erhält die Stadt das heutige Wappen, roter Löwe in goldenem Feld. Im 17. Jahrhundert wurde die Stadt mehrere Male durch Brände verwüstet, und in den Kriegen erfährt Vaihingen schwere Einbußen, wie Plünderungen, Seuchen und Hungersnöte. 1810 wird Vaihingen Sitz des Oberamts. 1938 – Vaihingen wird Kreisstadt und 1973 im Zuge der Reform als „Große Kreisstadt“ in den Kreis Ludwigsburg eingegliedert. A.H.